So kann es sich anfühlen

Eine Depression ist mehr als ein paar schlechte Tage. Die Stimmung bleibt über Wochen gedrückt, Dinge, die früher Freude gemacht haben, lassen Sie gleichgültig, und selbst kleine Aufgaben – aufstehen, duschen, eine Nachricht beantworten – kosten enorme Kraft. Viele Betroffene schlafen schlecht oder wachen früh auf, können sich kaum konzentrieren und erleben eine innere Leere oder Unruhe, die sich schwer beschreiben lässt.

Dazu kommen oft Gedanken, die immer wieder um dieselben Themen kreisen: Schuld, Wertlosigkeit, das Gefühl, anderen zur Last zu fallen oder versagt zu haben. Der Appetit verändert sich, der Körper fühlt sich schwer an, Entscheidungen wirken unmöglich. Von außen ist das häufig nicht zu sehen – wer depressiv ist, funktioniert oft noch, nur eben mit letzter Kraft. Und weil die Depression selbst Hoffnungslosigkeit erzeugt, kommt der Gedanke „Mir kann sowieso niemand helfen“ nicht von ungefähr. Er ist ein Symptom, keine Tatsache.

Wann Hilfe sinnvoll ist

Jeder Mensch kennt traurige Phasen, etwa nach einer Enttäuschung oder in einer stressigen Zeit. Von einer Depression sprechen wir, wenn gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Interessenverlust über längere Zeit anhalten und den Alltag spürbar einschränken: Die Arbeit fällt schwer, Kontakte schlafen ein, Sie ziehen sich zurück. Spätestens dann lohnt es sich, nicht länger zu warten.

Sinnvoll ist eine Abklärung auch, wenn Sie unsicher sind, ob es „schlimm genug“ ist. Es gibt keinen Schweregrad, den Sie erst erreichen müssen, um sich Hilfe holen zu dürfen. Ein Besuch bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt kann parallel hilfreich sein: Manche körperlichen Erkrankungen, zum Beispiel der Schilddrüse, verursachen ähnliche Beschwerden, und bei ausgeprägten Symptomen kann eine zusätzliche fachärztliche Behandlung, etwa mit Medikamenten, die Psychotherapie unterstützen.

Wenn Sie Gedanken haben, nicht mehr leben zu wollen, warten Sie bitte nicht auf einen Termin: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar, in akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.

Wie Verhaltenstherapie hilft

Die kognitive Verhaltenstherapie setzt bei dem Kreislauf an, der eine Depression aufrechterhält: Wer keine Kraft hat, zieht sich zurück; wer sich zurückzieht, erlebt weniger Gutes; wer weniger Gutes erlebt, hat noch weniger Kraft. In der Therapie unterbrechen wir diesen Kreislauf an mehreren Stellen zugleich.

Ein Baustein ist der sogenannte Aktivitätsaufbau: Gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten planen Sie kleine, machbare Schritte zurück in den Alltag – nicht, weil Sie „sich nur zusammenreißen müssten“, sondern weil das Handeln der Stimmung oft vorausgeht und nicht umgekehrt. Ein zweiter Baustein betrifft das Denken: Sie lernen, die automatischen Gedanken zu erkennen, die eine Depression mit sich bringt, und sie zu überprüfen – stimmt es wirklich, dass Sie alles falsch machen, oder sieht es gerade nur so aus? Diese Arbeit an Bewertungen heißt kognitive Umstrukturierung. Dazu kommen je nach Bedarf Themen wie Schlaf, der Umgang mit Grübeln, Selbstfürsorge oder die Beziehungen, in denen die Belastung entstanden ist.

Wie lange eine Therapie dauert und wie schnell sich etwas verändert, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wir versprechen Ihnen keinen festen Zeitplan, sondern arbeiten in Ihrem Tempo und besprechen regelmäßig, was hilft und was nicht. Ob dieses Vorgehen zu Ihnen passt, klären wir in unserer Praxis in Hamburg im Erstgespräch – in Ruhe und ohne dass Sie sich schon festlegen müssen.

Wer behandelt

Häufige Fragen

Muss ich schon wissen, ob ich eine Depression habe, bevor ich mich melde?

Nein. Es reicht, dass es Ihnen seit einiger Zeit nicht gut geht. Ob es sich um eine Depression handelt und welche Behandlung passt, klären unsere Psychotherapeut:innen gemeinsam mit Ihnen im Erstgespräch.

Brauche ich zusätzlich Medikamente?

Das hängt von Ihrer Situation ab. Über Medikamente entscheiden Sie gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Eine Psychotherapie ist auch ohne Medikamente möglich und lässt sich bei Bedarf mit einer ärztlichen Behandlung kombinieren – wir sprechen das im Erstgespräch offen mit Ihnen durch.

Was ist, wenn ich mich zu erschöpft fühle, um regelmäßig zu kommen?

Antriebslosigkeit gehört zur Depression – das wissen wir. Wir beginnen mit kleinen Schritten und planen die Termine so, dass sie zu Ihrer aktuellen Kraft passen. Wenn Ihnen schon der Weg in unsere Praxis am Berliner Tor zu viel erscheint, sprechen Sie uns an; gemeinsam finden wir einen Anfang.

Die ersten Schritte

Der erste Schritt ist bei jedem Anliegen gleich: ein Erstgespräch, in dem Sie Ihre Situation schildern und wir gemeinsam überlegen, wie eine Behandlung aussehen kann – ohne Verpflichtung zu einer weiteren Behandlung. Den Termin wählen Sie online.

Erstgespräch
50 Minuten
Kosten
134,06 €
Praxis
Privatpraxis für Selbstzahler:innen und Privatversicherte