So kann es sich anfühlen

Angst ist zunächst etwas Gesundes: Sie macht wach und schützt uns vor Gefahr. Zur Störung wird sie, wenn sie in Situationen auftaucht, die objektiv nicht gefährlich sind, wenn sie viel heftiger ausfällt, als die Lage es rechtfertigt, und wenn sie beginnt, Ihr Leben zu bestimmen. Wie das aussieht, ist sehr unterschiedlich.

Bei einer Panikstörung kommt die Angst in Wellen, oft aus heiterem Himmel: Das Herz rast, die Brust wird eng, Ihnen ist schwindelig, die Hände kribbeln, und der Gedanke „Ich sterbe“ oder „Ich werde verrückt“ ist plötzlich ganz nah. Danach bleibt die Angst vor der nächsten Attacke. Bei einer Agoraphobie – der Angst vor Orten, aus denen man im Notfall schlecht herauskäme – werden volle Bahnen, Kaufhäuser, Schlangen an der Kasse oder weite Wege allein zu Hürden. Bei einer sozialen Angststörung richtet sich die Furcht auf die Bewertung durch andere: Sie fürchten zu erröten, zu zittern, etwas Falsches zu sagen, und meiden Vorträge, Gespräche mit Fremden oder das Essen in Gesellschaft. Und manche Menschen leben mit einer dauernden, diffusen Sorge um alles Mögliche, die sich kaum abstellen lässt.

Wann Hilfe sinnvoll ist

Das Tückische an der Angst ist das Vermeiden. Wer die gefürchtete Situation umgeht, fühlt sich kurz erleichtert – und lernt dabei unbemerkt, dass die Situation tatsächlich gefährlich war. Beim nächsten Mal ist die Angst ein Stück größer und der Radius ein Stück kleiner. Wenn Sie merken, dass Sie Ihren Alltag immer mehr um die Angst herum organisieren – Umwege fahren, Einladungen absagen, nur noch in Begleitung aus dem Haus gehen, nur noch mit Notfalltablette in der Tasche –, ist das ein guter Zeitpunkt, sich Unterstützung zu holen. Auch dann, wenn Sie die Angst bisher gut verstecken konnten.

Weil Angst sich so körperlich anfühlt, lohnt sich zunächst eine ärztliche Untersuchung: Herzrasen, Atemnot oder Schwindel können auch körperliche Ursachen haben, etwa eine Überfunktion der Schilddrüse. Sind sie ausgeschlossen, wissen Sie: Was Sie erleben, ist Angst – und Angst lässt sich behandeln. Bei sehr ausgeprägten Beschwerden kann zusätzlich eine fachärztliche Behandlung sinnvoll sein; das besprechen wir offen mit Ihnen. In einer akuten Krise erreichen Sie rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111, in Notfällen den Notruf 112.

Wie Verhaltenstherapie hilft

Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das bei Angststörungen besonders gut verstanden ist. Am Anfang steht das Verstehen: Gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten schauen Sie sich genau an, wie Ihre Angst funktioniert – was sie auslöst, welche Gedanken sie befeuern, wie Ihr Körper reagiert und womit Sie sich bisher geholfen haben. Dieses Modell vom Teufelskreis der Angst macht aus einem diffusen Gefühl etwas, das sich verstehen und verändern lässt.

Dann kommt der Kern: die Exposition, also das geplante, schrittweise Aufsuchen der gefürchteten Situation – ohne Flucht und ohne die gewohnten Sicherheitsmaßnahmen. Das klingt zunächst nach genau dem, was Sie am wenigsten wollen. In der Praxis geschieht es aber sorgfältig vorbereitet, in Ihrem Tempo und mit Begleitung: Sie erleben, dass die Angst ansteigt, einen Gipfel erreicht und wieder abflaut, ohne dass das Befürchtete eintritt. Bei Panik üben Sie zusätzlich, die körperlichen Empfindungen gezielt auszulösen und auszuhalten; bei sozialer Angst geht es oft um kleine Experimente im Alltag in Hamburg – eine Frage in einer Runde, ein Gespräch im Café, ein Vortrag vor Kolleg:innen. Begleitend arbeiten Sie an den Gedanken hinter der Angst und an dem, was sie am Leben hält.

Welche Schritte für Sie passen und in welcher Reihenfolge, legen wir nicht im Voraus fest. Das klären wir gemeinsam im Erstgespräch – und Sie behalten dabei jederzeit die Entscheidung, wie weit Sie gehen.

Wer behandelt

Häufige Fragen

Muss ich mich in der Therapie meinen Ängsten stellen?

Die Konfrontation mit der Angst ist ein wichtiger Teil der Behandlung – aber nie als Überraschung und nie ohne Vorbereitung. Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten, welche Schritte Sie wann gehen; nichts geschieht über Ihren Kopf hinweg.

Sind Panikattacken gefährlich?

Eine Panikattacke fühlt sich oft lebensbedrohlich an – Herzrasen, Atemnot, Schwindel. Lassen Sie körperliche Ursachen einmal ärztlich abklären; sind sie ausgeschlossen, kann die Therapie sich ganz auf die Angst selbst konzentrieren.

Was ist, wenn ich schon vor dem Erstgespräch Angst habe?

Das geht vielen Menschen so, und es ist kein Hindernis. Sie dürfen genau damit kommen: Erzählen Sie im Erstgespräch, wie es Ihnen gerade geht – mehr müssen Sie nicht vorbereiten.

Die ersten Schritte

Der erste Schritt ist bei jedem Anliegen gleich: ein Erstgespräch, in dem Sie Ihre Situation schildern und wir gemeinsam überlegen, wie eine Behandlung aussehen kann – ohne Verpflichtung zu einer weiteren Behandlung. Den Termin wählen Sie online.

Erstgespräch
50 Minuten
Kosten
134,06 €
Praxis
Privatpraxis für Selbstzahler:innen und Privatversicherte